IFRS 9: Bessere Überwachung mindert Kreditrisiken

Für Banken ist Transparenz bei der Bewertung von Kreditrisiken und für die Festlegung der Risikokosten nach IFRS 9 essenziell. Intern, aber auch gegenüber Aufsichtsbehörden wie der EZB oder Bafin.

Der Druck auf Banken, Kreditrisiken im Auge zu behalten, wächst. Kürzlich hat die EZB verkündet, dass der Blick auf Mängel im Kreditrisikomanagement und die Messung von Engagements in gefährdeten Sektoren aufsichtliche Priorität für die Jahre 2023 bis 2025 hat.

Die Aufsichtsbehörde mahnt, dass Institute strukturelle Mängel in ihrem Risikomanagement-Zyklus – von der Kreditvergabe bis zur Risikominderung und -überwachung – beheben und Abweichungen von den regulatorischen Anforderungen zeitnah angehen sollten. „Banken sollten in der Lage sein, etwaige Risiken bei ihren Engagements in Sektoren, die empfindlicher auf das derzeitige makroökonomische Umfeld reagieren, rasch zu erkennen und abzumildern.“

Weiter erklärt die EZB: Während das Volumen notleidender Kredite in der ersten Jahreshälfte 2022 weiter zurückgegangen sei, beeinträchtigten verschärfte Finanzierungsbedingungen und ein zunehmendes Rezessions-Risiko die Kreditbedingungen in Europa. Dies wird sich auf private Haushalte und Unternehmen auswirken – wenn auch in unterschiedlichem Maße – je nach Faktoren wie Verschuldungsgrad oder negativer Empfindlichkeit gegenüber dem aktuellen makrofinanziellen Umfeld.

„Ein schnelles und zuverlässiges Monitoring, umgesetzt in den IFRS 9-Prozess, sowie erweiterte Möglichkeiten im Stress- und Backtesting sind ein absolutes Muss“, bestätigt Sanjin Bogdan, Head of Risk bei Aryza.

Die Aryza-Softwarelösungen Evaluate und Monitor bieten Banken genau das: eine Bewertung und Kostenberechnung der Kreditrisiken auf der Grundlage zuverlässiger und aktueller Fakten. Die Software führt das komplette Echtzeit-Monitoring direkt aus dem Buchhaltungssystem des Kunden durch und setzt auf dieser Basis die Wertminderungsberechnung für die verschiedenen IFRS 9-Stufen um – entweder automatisch (Stufen 1 bis 3 „insignificant cases“) oder mit Hilfe von benutzerfreundlichen Einzelbewertungen („significant cases“ in Stufe 3).

„Jede Kundentransaktion wird überwacht und archiviert, so dass die Einstufung der Kunden in die Risikostufen in Echtzeit erfolgt und zu den zugrunde liegenden Risikofaktoren und Modellen zurückverfolgt werden kann“, erläutert Sanjin Bogdan. Dies bedeutet auch, dass die Identifizierung von Risiken auf der Grundlage von Echtzeit-Überwachungsdaten erfolgen kann. Auf Basis einer detaillierten Archivierung der Beobachtungen und der verwendeten Risikomodelle werden kontinuierliche Back- und Stresstests durchgeführt. „Ein Prozess, der in IFRS 9-Legacy-Systemen und mit Überwachungslösungen ohne Echtzeitdatenzugriff kaum umsetzbar ist.“

Die EZB hat Banken und Praktiker bereits um „bewährte Praktiken“ im Umgang mit der Kreditrisikoüberwachung und Risikokostenbewertung gebeten. Die Regulatoren empfehlen, eine klare Beschreibung des Zusammenhangs zwischen den verschiedenen Stufen der Überwachungsliste und der erforderlichen aufsichtsrechtlichen/bilanziellen Behandlung von Positionen zu erstellen – einschließlich der IFRS 9-Stufen für erwartete Kreditverluste (ECL).

„Wir empfehlen Instituten dringend, sich mit einer schnellen und zuverlässigen Überwachung und einer zeitgemäßen Risikoquantifizierung zu befassen“, sagt Sanjin Bogdan. Die von den Aufsichtsbehörden verhängten Strafen für die Nichteinhaltung der Anforderungen sind schwerwiegend, und außerdem sind veraltete Legacy-Systeme in der heutigen Welt der Digitalisierung nicht in der Lage, den Banken Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

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